Stille Kraft im Herzen von Luzern
Die Wurzeln dieser Meditationsgruppe reichen dreizehn Jahre zurück. Es war der Wunsch von Teilnehmenden kontemplativer Exerzitien, die gewonnene spirituelle Tiefe auch im Alltag zu bewahren. Lisbeth Ineichen ergriff – unterstützt von der weitsichtigen Schwester Anna Brunner – die Initiative. So entstand die wöchentliche Tradition der gemeinsamen Meditation.
«Man spürt, dass hier gebetet wird», sagt Schwester Maria Bühlmann, die seit Beginn dabei ist und heute die Gruppe leitet. Ihre Worte beschreiben mehr als nur eine Atmosphäre – sie deuten auf eine Wirklichkeit hin, die sich dem rationalen Verstehen entzieht. Der Gebetschorraum des Klosters wird zum Gefäss für diese Erfahrung: «Er ist gut erreichbar, braucht keine Vorbereitung. Alles ist da: Kerze, Blumen, Gong, Bänke, Kissen, Gebetsschemel.» Die Schlichtheit wird zur Fülle, die Leere zum Raum der Möglichkeiten.
Die Gruppe praktiziert die bewährte Meditationsform nach Franz Jalics – auch wenn darüber kaum gesprochen wird. «Die meisten machen regelmässig Exerzitien oder Ähnliches», erklärt Schwester Maria. Diese Erfahrung ist auch Voraussetzung für neue Teilnehmende, da keine eigentlichen Einführungen angeboten werden.
Ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der Gruppe war der Umzug vom Bildungshaus Bruchmatt in den Gebetschorraum des Kapuzinerklosters. «Alle waren dankbar, dass es weitergehen konnte», erinnert sich Schwester Maria. Der neue Ort brachte die Gruppe näher an den geistlichen Herzschlag des Klosters – und vertiefte das gemeinsame Schweigen.
Was bewegt die Teilnehmenden, Woche für Woche zu kommen? Schwester Maria sieht darin eine tiefe Sehnsucht: «Alle haben bereits kontemplative Exerzitien gemacht und möchten dem Göttlichen in uns Raum geben – einfach absichtslos da sein. Die Gruppe kann stärkend wirken.»
Für Schwester Maria selbst ist dieser Abend besonders kostbar geworden, seit sie alleine lebt. «Ich erlebe die Gruppe als stärkend», sagt sie. Und vielleicht liegt genau darin die stille Wirkkraft dieser Zusammenkünfte: «Vielleicht tragen wir durch unser Dasein in der Stille etwas zum Frieden bei.»
Menschen ohne Meditationserfahrung, die sich innerlich angesprochen fühlen, gibt Schwester Maria einen behutsamen Rat: «Achtet auf eure Sehnsucht. Gebt ihr Raum und Zeit. Es gibt viele Wege, achtsam zu leben – etwa durch den Tagesrückblick (Gebet der liebenden Aufmerksamkeit), eine bewusste Pause vom Handy oder durch Exerzitien.»
In einer Welt, die oft laut, schnell und fordernd ist, lädt diese Meditationsgruppe im Kapuzinerkloster Wesemlin dazu ein, innezuhalten. Sie öffnet einen Raum, in dem das Wesentliche wieder hörbar wird – leise, aber kraftvoll. Wer sich gerufen fühlt, regelmässig mitzuwirken, ist herzlich eingeladen, sich beim Sekretariat des Kapuzinerklosters Wesemlin zu melden:
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📞 041 429 67 55
- bruder george