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Gemeinschaft leben, Gastfreundschaft schenken

An einem warmen Sommertag füllte sich der Klostergarten mit Leben: Gäste der Suppenstube, Freiwillige und Kapuzinerbrüder kamen zusammen. Es war ein Mittag voller Begegnungen – getragen von Lachen, Gesprächen und dem Duft frisch Gegrillten. Solche Momente zeigen, was die Suppenstube wirklich ist: ein Ort der Nähe, nicht nur der Nahrung. Hier entsteht Gemeinschaft – leise, unaufdringlich und doch tief berührend.

Eine neue Freiwillige erzählt: «Ich wollte einfach im Kloster mitarbeiten. Hier spürt man, dass es um mehr geht als ums Essen – es geht darum, füreinander da zu sein.» Beim Servieren bleibt oft wenig Zeit für lange Gespräche, aber auf der Strasse oder an der Bushaltestelle grüsst man sich, tauscht ein paar Worte aus. «Das sind kleine Momente, die viel bedeuten», sagt sie. 

Andere Freiwillige sind seit über zehn Jahren dabei. Für sie ist die Suppenstube längst mehr als ein Dienst – es ist eine Herzensangelegenheit. «Wir fragen nicht, warum jemand kommt. Jeder darf einfach da sein, anonym oder nicht. Mit der Zeit kennt man die Gesichter, hört ihre Geschichten», erzählt einer von ihnen. Diese offene Haltung schafft Vertrauen. Viele Gäste schätzen genau das: eine Stunde ohne Sorgen, in der sie willkommen sind, so wie sie sind. 

Einige Gäste kommen seit Jahren – manche sogar seit über 18. «Ich habe hier so viele Menschen kennengelernt», sagt einer. «Einige gehen, neue kommen dazu. Aber das Schöne ist: Man fühlt sich zugehörig.» Ein anderer erinnert sich an ähnliche Orte in Genua, wo Kapuziner ebenfalls Gemeinschaft lebten. «Das hat mich geprägt. Hier spürt man dasselbe: Es ist nicht nur ein Essen, es ist ein Zuhause auf Zeit.» 

Wer länger dabei ist, hört von Verlusten, von Krankheit, von Abschieden – und vom Mut, weiterzugehen. Die Suppenstube wird zum Ort des Lernens, des Wachsens, des Miteinanders.

Auch die kleinen Gestalten zählen: das Tische decken, die Fenster öffnen, ein Lächeln schenken. Eine ältere Dame, die früher selbst mithalf, erzählt: «Ich habe das immer gerne gemacht. Es gibt mir das Gefühl, gebraucht zu werden.» 

Die Suppenstube ist kein Schweizer Phänomen – Kapuziner weltweit setzen sich für Menschen am Rand ein. Aber hier in Luzern ist sie etwas ganz Eigenes: ein Ort der Begegnung, getragen von Freiwilligen und Brüdern, die nicht nur Essen, sondern auch Würde und Respekt schenken. «Es ist eine dankbare Arbeit», sagt ein Freiwilliger. «Man spürt, wie sehr die Gäste das schätzen – oft ohne viele Worte.»

Wer unsere Arbeit unterstützen möchte, findet hier die Möglichkeit dazu:
👉 www.klosterluzern.ch/spenden

Herzlichen Dank allen, die mithelfen – sichtbar und unsichtbar. Danke, dass ihr einfach da seid. Denn genau daraus wächst Gemeinschaft – Tag für Tag.

- bruder george