Ein Fest voller Klang, Duft und Himmel
Die Musikgruppe Urisch – Hansruedi Brücker (Klarinette), Fabian Bautz und Kilian Fischer (Tuba), Ruedi Brack (Schweizerörgeli) und Luzia Schaub (Geige) – schenkten uns ein Festprogramm, das Herz und Beine bewegte. Vom schwungvollen Schottisch im Garten-Pavillon über die charmante Mazurka da Barblana aus Graubünden bis hin zu nordischen Klängen wie dem schwedisch-finnischen Stück Emma – die Vielfalt war beeindruckend. Zur Krönung gab es noch den Iria-Tango als Zugabe. Selbst in der Kirche liess man es sich nicht nehmen, einen Tango zu spielen. „Ja, man darf!“, meinte Bruder Paul augenzwinkernd – und stellte sich vor, wie Maria mit Josef im Himmel fröhlich dazu tanzt.
Zwischen den Musikstücken wurden Kräutersträusse gesegnet – ein bunter, duftender Lobgesang aus Wermut, Salbei, Blutweiderich, Bohnenkraut und Oregano. Viele fleissige Hände hatten diese Sträusse in den Tagen zuvor gebunden. Der Duft erfüllte die Kirche und erinnerte an die neunte Strophe, die wir gemeinsam sangen:
„Und Schwester Erde, unsere Welt, steht voller Pracht in Blüte.
Ein Lobpreis ist sie ganz von selbst, ein Zeichen deiner Güte.“
Das Fest verband Musik, Glauben und Schöpfung zu einem Ganzen. Es erinnerte daran, dass vor genau 800 Jahren Franziskus den Sonnengesang dichtete – ein Lied, das die ganze Schöpfung zum Lob Gottes einlädt. Luzia, die Geigerin, hatte bei der Probe scherzhaft ergänzt: „Maria macht vorher auf der Erde noch ein Tänzli, bevor sie in den Himmel auffährt!“ Genau diese Freude spiegelte sich im ganzen Fest.
Es war ein Fest, das Herz und Seele nährte: Musik, Gemeinschaft, Duft, Lachen – und das Bewusstsein, dass Himmel und Erde an diesem Tag ein Stück näher beieinander lagen. Danke an „Urisch“ für die Musik, danke an alle, die Kräuter gebunden, vorbereitet, gebetet, gelacht und mitgefeiert haben. Maria schaut – so sind wir sicher – wohlwollend auf uns herab. Vielleicht sogar tanzend.
- bruder george