Bruder Bruno Fäh
Bruder Bruno Fäh lebt seit 22 Jahren in Luzern. Zuvor hat er im Kapuzinerkloster Stans gelebt und gewirkt. Stans ist jedoch bis heute ein wichtiger Teil seines Lebens, denn dort befindet sich auch die TAU-AV-Produktion, die Bruno Fäh 1976 gemeinsam mit Willi Anderau gegründet hat.
Viele Gottesdienstbesucher:innen aus dem Klosterumfeld kennen Bruder Bruno Fäh als exakt formulierenden Prediger und Zelebranten. Seine Kapuziner-Generation kennt drei gut ausgebildete Medienarbeiter. Bruder Walter Ludin als umtriebiger, sozialengagierter Journalist, und Bruder Willi Anderau als kritischer bischöflicher Medienbeauftragter und vielseitiger Kommunikator.
Bruno Fäh studierte Theologie, Journalistik und Germanistik in Fribourg. Und da hat er den kritischen Umgang mit Sprache gelernt. Mit der TAU AV produzierte er vor allem audiovisuelle Medien (Diareihen, Tonbilder, CDs, DVDs …) für den Religionsunterricht, für kirchliche Institutionen, aber auch Medien für den Profanbereich, zum Beispiel Gemeindeporträts für Neuzuzüger, oder ein Porträtfilm über die Kantonspolizei Nidwalden. Zurzeit arbeitet Bruno an einer Präsentation über die Geschichte der Schweizergarde, die in Rom gezeigt werden soll. Als Fotograph bietet Bruno Fäh mehr als 10000 Bilder auf Adobe Stock zum Verkauf an. Fotographieren kann für den Kapuziner sehr meditativ sein.
Für den Umgang mit der Bibel hält es Bruder Bruno mit der Aussage „Nicht repetieren, sondern interpretieren“. Denn seit den biblischen Zeiten hat sich vieles verändert. Zum Beispiel die Rolle der Frauen in der Gesellschaft. Bei den ersten Christengemeinden waren sie hochgeachtet. Doch im Verlauf der Geschichte fanden sie in den kirchlichen Strukturen nicht mehr das gleiche Gewicht. Da muss die Kirche wohl erneut über die Bücher gehen.
Herausforderungen für den Glauben ergeben sich für Bruno auch aus dem modernen Wissen über die Dimensionen des Weltalls.
Die biblischen Texte sprechen von Gott dem Schöpfer aller Dinge. Er ist das höchste Wesen, dessen Grösse die Menschen anerkennen und verehren. Ihm danken sie für seine Fürsorge und Nähe zu den Menschen. Soweit so gut. Doch inzwischen hat sich die Welt und das Wissen über sie verändert. Die Erforschung des Weltalls hat neue Dimensionen eröffnet, die unser Fassungsvermögen weit übersteigen. Das wirft auch Fragen über den Glauben auf. Man könnte sagen, Gott ist grösser geworden und der Mensch dagegen kleiner. Auch hier gilt für Bruno: «Nicht repetieren, sondern interpretieren». Studium, Forschung, Wissenschaft können dazu wichtige Beiträge leisten. Ebenso hilfreich sind einfühlendes und intuitives Denken.
Eine den Menschen zumeist unbekannte Seite von Bruno Fäh sind seine Reisen und seine Tätigkeiten im Ausland. Wer Abenteuer erfahren möchte, frägt nach einer der vielen Velotouren, z.B. von Stans nach Palermo, Stans nach Barcelona oder nach Budapest – und das als Reise hinter den Vorhang. Usw.
Wenn Bruder Bruno im Juli jeweils hier in Luzern nicht anzutreffen ist, hat dies einen besonderen Grund. Seit 36 Jahren geht er jedes Jahr nach Kreta und hält dort an den Wochenenden in Rethymnon Gottesdienste, an denen Einheimische und vor allem Touristen teilnehmen. Dies geschieht im Rahmen des «Vereins für die katholische Kirche auf Kreta», welcher das Ziel hat, die dortige Kirche personell und finanziell zu unterstützen.