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Bruder Benno Zünd

Bruder Benno ist seit Juni 2025 Provinzial der Schweizer Kapuziner Provinz.

Im Sommer 2025 wurde Br. Benno Zünd von den Schweizer Kapuzinerbrüdern zu ihrem Provinzial gewählt. Plötzlich, ohne Übergangsfrist, wurde er in eine neue Lebenssituation wie auch an einen neuen Lebensort katapultiert. Die Leitungsarbeit (Guardianat) im Alterskloster in Wil musste er abgeben und seinen Arbeitsvertrag bei der Pfarr- und Kirchgemeinde Wil kündigen. Nicht verwunderlich, dass da einiges gleichzeitig laufen musste. Eine anspruchsvolle und herausfordernde Lebenssituation prägt seine ersten Monate am neuen Lebensort.

Der Ortswechsel bescherte ihm auch eine  grosse Veränderung des gemeinschaftlichen Betens, Tagzeitengebet. «In Luzern beten wir nicht mehr das offizielle Stundengebet, sondern die Texte nach dem Briger-Brevier», resümiert Bruder Benno. Darin gibt es andere Lieder, Gedichte und speziell bearbeitete Psalmen. Sein persönliches Beten hat sich durch die neue Lebenssituation wenig verändert. «Nur hat sich zusätzlich verändert, dass wir heute auch Gebete auf dem Handy haben», meint der Kapuziner nachdenklich. Und wer oft unterwegs ist, hat so seine Gebets-Bibliothek stets mit sich. Wer betend online unterwegs ist, ist Buch- sowie ortsunabhängig!

Die Kraft der Fürbitte

Den Rosenkranz – und davon gibt es vier offizielle Formen – kann Bruder Benno auswendig und betet er auf seinen Reisen besonders gern. Beim Beten wandelt er die offiziellen Formen gerne und betet ab und zu nicht vorgegebene, aber aus der konkreten Situation entstehende Rosenkranz-Gesetze (so nennt man die Zwischensätze). «Damit lässt sich der Rosenkranz in meinen persönlichen Alltag einbauen», erzählt Bruder Benno. Auf diese kann er wichtige Fragen mit ins Gebet nehmen; das, was ihn beschäftigt, oder auch für Menschen Fürbitte leisten. 

Der Rosenkranz verwendet Worte Gottes, d.h. biblische Sätze, auch Rosen genannt. Diese Gebetsgrundlage schätzt der Kapuziner sehr. «Durch den Rosenkranz erfahre ich von der tiefsten Fürbitt-Kraft» beobachtet Bruder Benno, «Und diese Fürbitt-Kraft geht über die Mutter Gottes» erlebt er immer wieder. Manchmal betet Bruder Benno den Rosenkranz auch im etwas erweiterten Stil eines Padre Pio. Dieser bekannte Kapuziner hat eine eigene Gebets-Einleitung und betet zu jeder der Perlen ein Vaterunser, ein Gegrüsst seist du Maria sowie ein Glaubensbekenntnis Ehre sei dem Vater. Auf diese Weise wird bei jeder Perle in der Seele auch der Vater gegrüsst, stellt Bruder Benno fest.

Ein dialogisch entstandenes Testament

Nein, zur Belletristik komme er im jetzigen Leben nicht, stellt Bruder Benno ernüchtert fest. Wenn lesen, dann geht es zumeist um Predigtvorbereitung. Sein Mitbruder Niklaus Kuster hat ihm diesen Herbst sein neuestes Sachbuch zu Franziskus geschenkt. Das im August 2026 publizierte Buch Das Vermächtnis des Franz von Assisi; Prophetische Schriften für heute gelesen hat ihn beim Durchschauen und Predigt-Vorbereiten so angesprochen, dass Bruder Benno nun intensiv am Lesen und Staunen ist. Der Kapuziner findet darin Bekanntes wie auch Neues. Erstaunt war Bruder Benno besonders, als er las, dass Franziskus das geistliche Testament dialogisch geschrieben hat. Franziskus hat sein Testament also nicht nur einem Schreiberling diktiert, sondern auch diskutiert und so gemeinsam entstehen lassen. Neuere Untersuchungen zum Testament zeigen vertieft auf, wie dieses im Leben eines Franziskus und seiner Brüder verankert ist. Spannend und entdeckungsreich!

Kommt zu mir – ich will euch erquicken

„Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.“ zitiert Bruder Benno aus dem Matthäus-Evangelium, 11,28. Diese Bibelstelle wird auch am Hochfest von Franz von Assisi vorgelesen. „Das ist mein Lebensprogramm“, stellt der Kapuziner erfreut fest. Natürlich gehören die folgenden beiden Verse auch dazu:“ 29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. 30 Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“

Und mit diesem Bibelzitat schliesst Bruder Benno den Kreis mit dem Rosenkranz, der Fürbitt-Kraft. Menschen können alle Sorgen und Freuden, Lasten, Unklarheiten, Glaubensfragen zu Gott bringen, werden bei IHM angenommen und dürfen auf Erquickung hoffen. Und daraus inspiriert sich dann auch sein seelsorgerliches Handeln.

Br. Adrian

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