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Haus-Segens-Feiern

Am 6. Januar werden Wohnungen und Klöster gesegnet. Das ganze Leben eines Christen, einer Christin ist von einem Grösseren, von Gott umfangen. Darum: "Christus Mansionem Benedicat" oder über der Eingangstüre "20*C+M+B*26". Doch ist dies ein Ritual, das gefeiert wird und bei einer Wohnung eine halbe Stunde dauern kann, beim Kapuzinerkloster Wesemlin mit Brüdern und Klostergeschwistern länger als eine Stunde.

Gott spricht uns seinen Segen und seinen Frieden zu. Es ist dies ein Geschenk und keine Leistung. Eine Haussegnung erinnert uns daran: Gott sagt uns sein JA zu. Vgl. Lukas-Evangelium 10,5-6: Wenn ihr in ein Haus kommt, sagt zuerst: Frieden sei diesem Haus! Und wenn dort jemand wohnt, der für diesen Frieden bereit ist, wird euer Wunsch an ihm in Erfüllung gehen. 

Um 15:30 Uhr versammeln sich die ersten Brüder in der Küche des Kapuzinerklosters. Sie erhalten Weihwasser, Kohle und Weihrauch, sowie eine Adressliste von zu besuchenden Wohnungen. Eingerechnet ist eine halbe Stunde pro Ort. Das reicht für fünfzehn Minuten Kennenlernen und Austausch, dann für fünfzehn Minuten Haussegnung. Es wird abgesprochen, wie man das Weihwasser und den Weihrauch einsetzen wird. Nach einem Bibeltext und Gebeten geht es durch die einzelnen Zimmer und es wird gebetet und gesegnet.

Beispiel Küche: Gesegnet sei die Küche, dieser herzliche Ort der Begegnung. Gesegnet seien Kräuter, Gewürze sowie alle Töpfe und Pfannen. Mit ihnen lässt sich mit Liebe Speise und Trank zubereiten. Möge niemals Verbitterung das Essen und die Gemeinschaft am Tisch vergiften. Gesegnet sei das Salz, das Jesus als Bild für unseren Glaubensweg gebraucht hat. Lasst uns nicht vergessen, dass wir als Christen und Christinnen das Salz der Erde sind. Bewahre das Salz in dieser Küche und in unseren Herzen davor, seine Kraft und seinen Geschmach zu verlieren. Der Segen Gottes sei auf und mit all den Kochenden in diesem Raum. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Um 17:30 Uhr wird im Kloster der Feueralarm abgestellt und Securiton informiert. Die kommenden Stunden gehört dem Weihrauch und die Feuerwehr muss deshalb nicht ausrücken. Um 18:00 Uhr treffen sich dann die Brüder und die Klostergeschwister im Inneren Chor. Nach Lied und Gebeten zieht man durch das Klostergebäude, betet und singt, segnet, verspritzt Weihwasser und schüttelt das Rauchfass, dass man seinen Nächsten kaum mehr sieht. Die Fotos geben einige Impressionen dazu.

Bruder Adrian