Haus Francesco erhält International Architecture Award 2025
Aus rund 1'200 eingereichten Projekten wurde das Luzerner Bauwerk als eines der innovativsten und zukunftsweisendsten ausgewählt. Die feierliche Preisverleihung findet am 20. September 2025 am Fuss der Akropolis in Athen statt – ein symbolträchtiger Ort für Architekturgeschichte. Diese internationale Anerkennung würdigt die architektonische Qualität und die gelungene Einbettung des Neubaus in das historische Klosterareal.
Das Projekt „Wohnen im Klostergarten“ wurde mit dem Bau des Hauses Francesco realisiert. Die Stiftung Kapuzinerkloster Wesemlin übernahm die Rolle der Bauherrin und Auftraggeberin. Ermöglicht wurde das Vorhaben durch die Zustimmung des Provinzkapitels und die ordensrechtliche Genehmigung des Generalats der Kapuziner. Finanziert wurde der Bau hauptsächlich durch Hypotheken der Raiffeisenbank und der Pensionskasse der Katholischen Landeskirche Luzern. Am 1. August 2023 zogen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner in die neu geschaffenen Wohnungen ein.
Der sechsgeschossige Baukörper besteht aus einer Holz-Beton-Verbundkonstruktion, die höchste Anforderungen an Brandschutz, Erdbebensicherheit und Schallschutz erfüllt. Typologisch ist das Gebäude kompakt um einen zentralen Lichthof organisiert, mit Galerie, Treppe und Aufzug. Vom ersten bis zum fünften Obergeschoss befinden sich jeweils vier 3,5-Zimmer- und zwei 2,5-Zimmer-Wohnungen. Im Erdgeschoss ergänzt eine Kinderarztpraxis das Angebot im Quartier und schafft zusätzliche soziale Nähe. Ein offener Laubengang entlang der Klostermauer verbindet den Neubau elegant mit der historischen Anlage.
Das Gebäude fügt sich sensibel in den Kontext des Klostergartens ein und setzt gleichzeitig einen selbstbewussten architektonischen Akzent. Die Architekten Daniele Marques und Rainer Schlumpf haben mit grossem Feingefühl und gestalterischer Klarheit gearbeitet. Ihr Entwurf vereint Eigenständigkeit mit Respekt für den Ort – eine seltene Balance, die hier eindrucksvoll gelingt. Das Architekturbüro Marques Architekten AG verdient besondere Anerkennung für diese herausragende Leistung. Die Auszeichnung ist auch ein Lob für die kreative Kraft und das Engagement dieser Luzerner Architekturfirma.
Die Projektleitung lag bei Martin Walter, das Baumanagement bei Marco Gernet und Priska Sticher. Die Baukommission wurde von Bruder Damian Keller (Präsident) und Bruder Willi Anderau gebildet. Alle Beteiligten haben mit Herz, Verstand und Hingabe zum Gelingen dieses besonderen Projekts beigetragen. Das Haus Francesco zeigt, wie sich Spiritualität, Gemeinschaft und zeitgemässe Architektur verbinden lassen. Es ist ein Ort der Ruhe, des Lebens und der Begegnung – mitten im Spannungsfeld von Kloster und Stadt.
Neben dem International Architecture Award erhielt das Gebäude weitere bedeutende Auszeichnungen. Dazu zählen der Iconic Award 2024 in der Kategorie «Best of Best» und die Auszeichnung Wohnbauten des Jahres 2024 vom Callwey Verlag. Auch bei den Best Architects 25 Awards wurde das Projekt gewürdigt. Diese mehrfachen Ehrungen bestätigen die architektonische Exzellenz und die beispielhafte Umsetzung. Sie zeigen, wie visionäre Architektur in einem historischen Kontext gelingen kann.
Das Haus Francesco ist mehr als ein Bauwerk – es ist ein Zeichen für gelungene Transformation. Es verbindet Vergangenheit und Zukunft, Spiritualität und Alltag, Tradition und Innovation. Die Architektur spricht eine klare Sprache: offen, respektvoll und zukunftsorientiert. Mit dem Haus Francesco ist ein Ort entstanden, der Menschen verbindet und Räume öffnet. Das Kapuzinerkloster Wesemlin ist stolz auf diese internationale Anerkennung – und dankbar für alle, die daran mitgewirkt haben.
- bruder george