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Geflochtene Geborgenheit: Die Krippe als Bild der Erwartung

Die Krippe ist mehr als ein weihnachtliches Symbol. Ihr Ursprung liegt im einfachen Flechtwerk eines Futtertrogs – ein Ort, an dem Leben genährt und geschützt wird.

Der Begriff „Krippe“ reicht in die germanische und indogermanische Sprachgeschichte zurück. Ursprünglich bedeutete er „Flechtwerk“ oder „geflochtener Behälter“. Diese Bedeutung verweist auf die frühen Futtertröge, die aus geflochtenem Material bestanden. Aus der indogermanischen Wurzel ger- – „krümmen, winden, flechten“ – entwickelte sich im Westgermanischen die Form „kribjōn“, die im Althochdeutschen als „krippa“ und im Mittelhochdeutschen als „krippe“ erscheint. Der Begriff bezeichnete also zunächst konkret einen Futtertrog.

Im 19. Jahrhundert begann man, Einrichtungen für die Betreuung kleiner Kinder zu schaffen – vor allem für Kinder arbeitender Mütter in der frühen Industrialisierung. „Krippe“ als Symbol des geschützten Ortes, an dem Bedürftige versorgt werden, wurde der Begriff symbolisch übernommen. Dies gilt auch in der christlichen Tradition der „Weihnachtskrippe

Die geflochtenen Weidenkörbe in der der Advents- und Weihnachtsdekoration in der Kapuzinerkirche Wesemlin erinnern an Orte, die bereit sind, Menschen aufzunehmen: Kinder, Geflüchtete, Suchende. Die offenen, leeren Körbe, - „Kinderkrippen“ -, stehen im Advent voller Erwartung bereit. „Korb-Krippen“, die offen sind für Menschen auf der Flucht, für Menschen, die Zuflucht suchen, für Menschen, die in ihrem Leben Schutz brauchen. Sie stehen offen bereit für jene, die einen Ort brauchen, an dem sie ankommen können.

"Es geschah, als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass Maria gebären sollte. 7 Maria gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war."  Lk 2,6-7

Gestaltung: Rita Kottmann, Elisabeth Küchler, Br. Paul Mathis
Fotos: Br. Adrian Müller